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Das Ehrenmal des Deutschen Heeres

Durch den Bau der Berliner Mauer in 1961 wurde der Zugang zum alten Ehrenmal für die im Kriege Gefallenen in Schinkels "Neuer Wache" in Berlin, Unter den Linden, versperrt. Pläne, ein neues Ehrenmal in der Bundeshauptstadt Bonn zu errichten, scheiterten, weil man auf politischer Seite zur Auffassung kam, dass der vorgesehene Aufstellungsort für ein zentrales Ehrenmal aller Kriegstoten und Opfer der Diktatur reserviert werden sollte.

Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für das Ehrenmal des Deutschen Heeres bot sich die Festung Ehrenbreitstein Bild: Die Festung Ehrenbreitstein im Überblick in Koblenz aus mehreren Gründen geradezu an. Zu ihren Füßen (Bild:Koblenz im Überblick) lag die in den sechziger Jahren größte Garnison der Bundesrepublik Deutschland und das Kommando des III. Korps. Außerdem sprachen die Nähe zum Führungsstab des Heeres in Bonn und die besondere militärische Tradition der Stadt Koblenz für die Wahl dieses Standortes. Geschichtlich bedeutende Namen sind mit dieser Stadt verknüpft. In ihren Mauern wirkten Männer wie Gneisenau, Clausewitz, Roon, der Sohn Scharnhorsts, Moltke und Hindenburg.

Angaben zu Geschichte und Hintergrund der Festung Ehrenbreitstein


Erste Gestaltung
Das Ehrenmal befindet sich auf der Festung Ehrenbreitstein im Hauptgraben (Bild: Das Ehrenmal in der Festung Ehrenbreitstein) zwischen den Befestigungswerken. Es stellt die liegende Gestalt eines jungen Soldaten mit einem Stahlhelm dar, für den bewußt eine Zwischenform der in den beiden großen Kriegen des 20. Jahrhunderts vom deutschen Heer getragenen Helme gewählt wurde.
Zur Aufnahme der liegenden Steinfigur wurde in die nach außen weisende hoch anfragende Mauerfront des sogenannten "Ravelin" eine vier Meter breite und etwa zwei Meter hohe Nische gebrochen. Die unmittelbare Umgebung dieser kleinen Ehrenhalle wurde ebenfalls würdig gestaltet. Bild: Das Ehrenmal 1972

Das Ehrenmal ist bewußt kein pompöser Prachtbau, sondern eine sich harmonisch in die Gesamtanlage der Festung einfügende Gedenkstätte, die in ihrer Schlichtheit aber dennoch eindrucksvoll an die Toten beider Weltkriege erinnern sollte. So lautete die Inschrift über dem Denkmal bei der Einweihung 1972 auch:
"Den Toten des Deutschen Heeres 1914 - 1918 + 1939 - 1945 - ihr Vermächtnis: Frieden."
Dazu wurde eine entsprechende Gedenktafel angebracht (Bild: Gedenktafel 1972).

Entworfen und gestaltet wurde das Ehrenmal durch Professor Hans Wimmer aus München. Die erforderlichen Mittel wurden vorwiegend durch Spenden von Hinterbliebenen gefallener Soldaten, von ehemaligen Soldaten und Angehörigen der Bundeswehr aufgebracht. Am 29. Oktober 1972 wurde im Beisein des damaligen Bundesverteidigungsministers Georg Leber und des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Admiral Zimmermann, das Ehrenmal des Heeres enthüllt und in die Obhut des neuen Heeres der Bundeswehr übergeben.

Schirmherr des Ehrenmals ist der Inspekteur des Heeres. Ihm zur Seite steht das Kuratorium Ehrenmal des Deutschen Heeres, das stellvertretend für die ehemaligen und jetzigen Soldaten deutscher Heere selbstlos für die Errichtung und Unterhaltung des Ehrenmals zur Erinnerung an die Opfer und Leistungen deutscher Heeressoldaten sorgt. Als Teil der Festung Ehrenbreitstein befindet sich das Ehrenmal selbst im Eigentum des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. (Vertrag von 1973)

Umgestaltung
Unter der Präsidentschaft von Generalleutnant a.D. Eberhard Burandt wurde das Ehrenmal in seine heutige Form (s. auch Titelbild) umgestaltet. In die Trasse oberhalb der Nische wurde das Eiserne Kreuz neu eingearbeitet. Die Inschrift wurde ohne Jahresangaben neu gefasst und im Inneren des Ehrenmals angebracht. Sie lautet nun: "Den Toten des Deutschen Heeres". So wandelte sich die Gedenkstätte zu dem Ehrenmal des Deutschen Heeres, das an alle Toten des Heeres, auch an die im Dienst und Einsatz zu Tode gekommenen Angehörigen des Heeres der Bundeswehr, erinnern und sie ehren soll. (Bild: Das Ehrenmal heute).

Widmungserweiterung
Im Jahre 2005 wurde - unter der Präsidentschaft von Generalleutnant a.D. Rüdiger Drews - über die Erweiterung der Widmung des Ehrenmals nachgedacht.
Das Kuratorium Ehrenmal des Deutschen Heeres hat damit den Wunsch aufgegriffen, den Hinterbliebenen und Freunden der in den Friedenseinsätzen der Bundeswehr ums Leben gekommenen Soldaten des Heeres einen Ort des Erinnerns zu geben.
Dieser soll auch allen den Soldaten gewidmet sein, die nach 1955 im Friedensdienst ihr Leben für die Verteidigung des Rechts und der Freiheit des Deutschen Volkes ließen.
Im Einvernehmen mit dem Inspekteur des Heeres und in Abstimmung mit der Abteilung Burgen, Schlösser, Altertümer des Landes Rheinland-Pfalz hat das Kuratorium die Realisierung geprüft und nach Abwägung verschiedener Optionen entschieden, rechts des Ehrenmals eine schlichte Stele mit dem Text zu errichten:

DEN HEERESSOLDATEN DER BUNDESWEHR,
DIE FÜR FRIEDEN, RECHT UND FREIHEIT IHR LEBEN LIESSEN

Das Äußere des Ehrenmals und seine Absicht werden nicht berührt. Über die räumliche Beziehung zur neuen Stele soll aber an die Gemeinsamkeit der Pflichterfüllung erinnert und die innere Verbundenheit aller Heeressoldaten über die Generationen symbolisiert werden.

Seit dem Jahre 2006 steht das Ehrenmal damit nicht mehr nur für die Toten der Kriege, sondern auch sichtbar für die im Einsatz und im Friedensbetrieb ums Leben gekommenen Bundeswehrangehörigen des Heeres. Betrachtet man die vielfältigen Einsätze der Bundeswehr in der Welt, so zeigt sich die Aktualität und Notwenigkeit dieses Gedenkens. Mit der Veranstaltung 2006 wurde die Stele eingeweiht.
In seiner Gedenkansprache bei der Veranstaltung 2006 führte Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl in Gegenwart des Bundesministers der Verteidigung, Dr. Franz Josef Jung, mit Blick auf die Stele aus: „ ... ihr Tod schmerzt uns und führt uns vor Augen, wie gefährlich Einsätze sind“.

Nachdem leider mehrfach Buchstaben von der Oberfläche der Stele entfernt worden waren, mußte die Oberfläche im Jahre 2007 durch eine Bronzeplatte mit erhabenen Lettern ersetzt werden. Stele 2007

Veranstaltungen
Seit der Einweihung im Jahre 1972 findet in jedem Jahr am Ehrenmal des Deutschen Heeres in Koblenz zum Volkstrauertag eine Totenehrung unserer gefallenen, vermißten und im Dienst der Bundeswehr verstorbenen Kameraden statt.

Wir dürfen Sie herzlich einladen, hierzu unsere Bildergalerie zu besuchen.

Der Inspekteur des Heeres und der Präsident des Kuratoriums rufen zur Veranstaltung auf und führen sie gemeinsam durch. Die Gedenkstätte ist an diesem Tag Treffpunkt vieler Soldaten, ehemaliger Soldaten und Reservisten, der Soldaten- und Traditionsverbände früherer Heere und des heutigen, Abordnungen der in Deutschland stationierten verbündeten Streitkräfte sowie namhafter Vertreter des öffentlichen Lebens.
Ranghohe Repräsentanten unseres Staates, führende Politiker, geistliche Würdenträger, Wissenschaftler oder Vorsitzende großer Verbände halten jeweils die Gedenkrede.
(Die Festredner der Veranstaltungen).

Schönheit und Würde der Gesamtanlage werden - darüber hinaus - gerne auch für andere - militärische wie kunstorientierte - Anlässe genutzt
(Bild:Großer Zapfenstreich auf dem Schlossplatz).

Autor dieses Beitrags (Urform):
Generalleutnant a. D. Harald Schulz +
Präsident des Kuratoriums 1995 - 2002

letzte Bearbeitung: 01/2016


Weitere Informationen:
Das Kuratorium - Übersicht -

Geschichtstafel
Satzung des Kuratoriums
Präsidenten und Vorsitzende



Hinweise:

Die nächste Mitgliederversammlung des Kuratoriums und die Veranstaltung 2016 sind vorgesehen für Donnerstag, den 19.11.2016.

Erstellt von: msalchow letzte Änderung: Sonntag, 24. Januar 2016 [09:57:02] von akress